Auszahlung von Ferien und Überstunden

In diesem Beitrag erörtern wir, unter welchen Umständen Ferien und Überstunden ausgezahlt werden dürfen, insbesondere im Kontext einer Beendigung des Arbeitsverhältnisses.

Grundsätze zur Auszahlung von Ferien

Normalerweise müssen Ferien während der Anstellung genommen und können nicht einfach ausgezahlt werden. Dieses Abgeltungsverbot dient dem Zweck, den Erholungscharakter der Ferien zu gewährleisten. Wird gegen dieses Verbot verstossen, riskiert der Arbeitgeber, dass er die Ferien am Ende des Arbeitsverhältnisses erneut auszahlen muss, sollte der Arbeitnehmer dies einfordern.

Eine Ausnahme von dieser Regel besteht jedoch, wenn Ferientage am Ende des Arbeitsverhältnisses nicht mehr genommen werden können. Gründe hierfür könnten dringende betriebliche Anforderungen sein oder ein überschüssiger Ferienanspruch, der die verbleibende Beschäftigungszeit übersteigt. In solchen Fällen dürfen die Ferientage ohne zusätzlichen Zuschlag ausgezahlt werden, und zwar im Verhältnis 1:1.

Umgang mit Überstunden

Bezüglich der Überstunden ist die Regelung etwas flexibler. Überstunden sollten grundsätzlich durch Freizeit ausgeglichen werden, die mindestens der Länge der geleisteten Mehrarbeit entspricht. Dies kann auch über eine schriftliche Vereinbarung zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer festgelegt werden. Ohne eine solche Vereinbarung besteht in der Regel kein Anspruch auf finanzielle Entschädigung für Überstunden.

Sollten Überstunden jedoch nicht durch entsprechende Freizeit ausgeglichen werden und es liegt keine andere Vereinbarung vor, ist der Arbeitgeber verpflichtet, die Überstunden zum normalen Lohn plus einem Zuschlag von mindestens 25% zu entschädigen. Abweichende Regelungen sind allerdings möglich, wenn diese schriftlich fixiert oder im Rahmen eines Normal- oder Gesamtarbeitsvertrages vereinbart wurden